Seit Jahresbeginn hat die Ukraine über 20 Angriffe auf die russische Ölinfrastruktur verübt, was Russland bereits mehr als 7 Milliarden US-Dollar gekostet hat.
Eine Reihe von Angriffen Ende März und Anfang April zielte auf große russische Ölterminals, darunter Ust-Luga und Primorsk an der Ostsee sowie Noworossijsk am Schwarzen Meer. Diese Attacken führten zu wochenlangen Schließungen von Hafenanlagen und einer vorübergehenden Reduzierung der Exportmengen. Dies kostete Russland etwa 2,2 Milliarden US-Dollar an entgangenen Einnahmen, wie Borys Dodonow, Leiter des Zentrums für Energie- und Klimaforschung an der Kyiv School of Economics, mitteilte.
Auswirkungen auf Einnahmen und Förderung
Laut Dodonow werden die jüngsten Angriffe auf russische Ölraffinerien diese Summe noch weiter erhöhen. Insbesondere die Attacken auf das Rosneft-Werk in Tuapse verursachten erhebliche Zerstörungen, sodass Russland die Raffinerie möglicherweise komplett neu aufbauen muss, was potenziell 5 Milliarden US-Dollar kosten könnte.
Trotz der steigenden Verluste sind Russlands Einnahmen aus dem Ölexport dennoch gestiegen. Im März erreichten sie 19 Milliarden US-Dollar, verglichen mit 9,8 Milliarden US-Dollar im Februar. Dieser Preissprung wurde durch den Krieg mit dem Iran verursacht, so Dodonow.
Angesichts des zunehmenden Sanktionsdrucks auf den russischen Haushalt und der steigenden Kriegskosten für die Wirtschaft benötigt Russland, dass die weltweiten Ölpreise bis Jahresende durchschnittlich bei 115 US-Dollar pro Barrel liegen. Dies sei notwendig, um den aktuellen Haushaltsplan für 2026 ohne Kürzungen zu erfüllen, erklärte Craig Kennedy, Forscher an der Harvard University.
Kennedy merkte an, dass die Angriffe auf die russische Ölinfrastruktur die russischen Ölkonzerne dazu gezwungen haben, die Förderung im April um etwa 300.000 bis 400.000 Barrel zu kürzen.
Quelle: The Washington Post

