Mitarbeiter der Londoner Zentrale von Google DeepMind haben für die Gründung einer Gewerkschaft gestimmt. Sie wollen damit verhindern, dass die Künstliche-Intelligenz (KI)-Technologien des Unternehmens vom US-amerikanischen und israelischen Militär genutzt werden.
Dieser Schritt ist Teil einer breiteren Kampagne gegen militärisch-industrielle KI-Verträge von Google. 98 Prozent der Mitglieder der Communication Workers Union (CWU) bei DeepMind unterstützten die Entscheidung zur Gewerkschaftsgründung. Die Mitarbeiter schickten am Dienstag ein Schreiben an die Google-Führung, in dem sie die Anerkennung der CWU und von Unite the Union als gemeinsame Vertreter forderten.
Forderungen und Risiken
Sollte die Gewerkschaftsinitiative erfolgreich sein, würde sie die Vertretung von mindestens 1000 Mitarbeitern sichern. Die Unternehmensführung hat 10 Arbeitstage Zeit für die freiwillige Anerkennung der Gewerkschaft; im Falle einer Ablehnung würden offizielle rechtliche Schritte zur erzwungenen Anerkennung eingeleitet.
Ein namentlich nicht genannter Mitarbeiter von DeepMind erklärte, sie “wollen nicht, dass ihre KI-Modelle Komplizen von Verstößen gegen das Völkerrecht sind”, und dass ihre “KI-Modelle Israel bereits beim Völkermord an den Palästinensern helfen”. Diese Erklärung wurde von der CWU verbreitet. Laut diesem Mitarbeiter, selbst wenn ihre Arbeit für administrative Zwecke genutzt wird, “hilft sie, den Völkermord billiger, schneller und effizienter zu machen”, und dies “muss sofort aufhören”, ebenso wie “der Schaden für Iraner und Menschenleben überall” beendet werden müsse. Die Unternehmensführung hatte die Mitarbeiter wiederholt versichert, dass ihre Arbeit nur für administrative Zwecke verwendet werde.
Pläne und mögliche Maßnahmen
Der Gewerkschaftsantrag enthält konkrete Forderungen an Google, darunter eine klare Verpflichtung, keine Waffen sowie Technologien oder Verträge zu entwickeln, die Menschen schaden oder überwachen. Ebenso werden Verhandlungen über den Einsatz von KI gefordert, der sich erheblich auf Rollen, Arbeitsbelastung und Arbeitsplatzsicherheit auswirkt. Die Mitarbeiter fordern zudem das Recht, Projekte abzulehnen, die ihren persönlichen moralischen oder ethischen Standards widersprechen.
Berichten zufolge erwägen DeepMind-Mitarbeiter weltweit die Durchführung von Präsenzprotesten und sogenannten „Forschungsstreiks“, die eine Arbeitsverweigerung zur Verbesserung von Google KI-Diensten wie dem Gemini KI-Assistenten beinhalten.
Quelle: The Verge
