Nigeria beginnt mit der Evakuierung von 130 seiner Bürger aus Südafrika, nachdem antimigrantische Proteste in Gewalt umgeschlagen sind.
Diese Initiative ist Teil eines Programms zur „freiwilligen Rückführung“, das Nigeria als Reaktion auf eine Reihe fremdenfeindlicher Vorfälle in Südafrika angekündigt hat. Außenministerin Bianca Odumegwu-Ojukwu teilte am Sonntag in sozialen Medien mit, dass sich bereits 130 Personen für die Heimreise registriert haben, und erwartet, dass diese Zahl steigen wird. Sie betonte, dass “das Leben und die Geschäfte von Nigerianern in Südafrika nicht länger gefährdet sein sollten”. Das Programm folgt auf eine Reihe fremdenfeindlicher Vorfälle, darunter der Tod von zwei Nigerianern im letzten Monat bei Vorfällen, an denen südafrikanisches Sicherheitspersonal beteiligt war.
Südafrika, das als das am stärksten industrialisierte Land des Kontinents gilt, verzeichnete in den letzten Monaten einen Anstieg der einwanderungsfeindlichen Rhetorik.
Warum nimmt die antimigrantische Spannung in Südafrika zu?
Experten warnen, dass Einwanderer als Sündenböcke für Südafrikas Wirtschaftsprobleme benutzt werden. Die antimigrantische Stimmung wird durch populistische Kommentatoren im Internet verstärkt.
Im Land kam es zu einer Reihe von Protesten, angeführt von Gruppen, die behaupten, dass irreguläre Migration der Wirtschaft des Landes schadet. Es wurden zahlreiche gewalttätige Angriffe gemeldet, die sich hauptsächlich gegen schwarze Afrikaner aus anderen Ländern richteten. Laut der nationalen Statistikbehörde Südafrikas leben etwa 3 Millionen Einwanderer im Land, was ungefähr 5 % der Bevölkerung ausmacht. Die meisten Einwanderer in Südafrika stammen aus dem 16-köpfigen Block der Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrika (SADC).
Quelle: Deutsche Welle

